
Datum: 10.07.1943
Staffel: Flugber.
Einheit: Lfl. 2
Heimatflug
Absturzort: Lenggries (nordöstl.), Krs. Tölz
Grund: Absturz (F.: 4.Süd / Fl.Ü.G 1)
Typ: Bf 109 G-6
Werknr.: 18579
Markings: PM+FK
StaKz: PM+FK
Schaden: 100%
Pilot: Uffz. Klimeck, Horst Arthur (gef.)
Gestartet: Neubiberg
Uffz. Klimeck startete aus Neubiberg am 10.7.1943 zu einem Auslieferungsflug nach Italien. Der 22-Jährige Ostpreuße sollte die Maschine nach Vicenza überführen jedoch soll an diesem Nachmittag ein dichter Nebel am Alpenrand westlich von Bad Tölz geherrscht haben. Um ca. 18 Uhr hörte ein Bauer ein Motorengeräusch gefolgt von einer Explosion, was er noch am Abend bei der Gendarmerie meldete.
Die Absturzstelle konnte zwar am nächsten Tag gefunden werden jedoch stellte sich die Bergung als sehr kompliziert dar. Die Maschine war in eine ,,Mooswampn" am Ursprung des Geigengrabens nahe der Stacheleckalm eingeschlagen.
Zehn Jahre nach dem Unglück erwarb ein Tölzer Altmetallhändler das Recht zur Bergung und grub mehrere Wochen nach der Maschine. Jedoch fand er nicht nur die Reste des Flugzeugs sondern auch die sterblichen Überreste des Piloten, die eigentlich schon 1943 beerdigt worden waren. Bei einer anschließenden Exhumierung öffnete man den Sarg und fand darin nur Äste, die der Bergungstrupp nach erfolglosen Bergungsversuchen als Gewicht hineingelegt hatten.
Uffz. Klimeck ,geboren in Elbing am 07.04.192, ist heute auf der Kriegsgräberstätte in Rosenheim Reihe 9 Grab 24 begraben.
Ich danke herzlich Herrn Bammer aus Lenggries und Frau Müller aus Gaißach für Ihre Hilfe bei der Recherche zu diesem Absturz!

Gipfelkreuz des Rechelkopfs 2025

Ausblick vom Rechelkopf Richtung Luckenkopf. Die Stacheleckalm wird vom Mitterberg verdeckt.

Stacheleckalm
Leider konnte die genaue Absturzstelle bei einem Ausflug zur Stacheleckalm nicht ermittelt werden. Das Terrain ist leider zu schwierig und zu groß. Auch Nachfragen bei Ortskundigen brachte leider keine Ergebnisse und der Absturz scheint über die Jahre in Vergessenheit geraten zu sein. Falls es doch noch jemanden gibt der die Stelle kennt würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen!
Update 2026:
Eigentlich heißt es ja, alle guten Dinge sind drei, umso Glücklicher bin ich, das es schon beim zweiten Versuch geklappt hat. Dank eines Jägers und Nachfahren eines Zeitzeugen, der mir die Richtung/ Gebiet sagen konnte wo der Absturz stattfand, konnte der Absturzort im schwierigen Gelände gefunden werden!
Das Gebiet wird im Volksmund heute noch als ,,zum Fliaga hinta,, bezeichnet.

Der Krater, der durch die Bergung des Motors entstand, ist heute mit Schlamm und Wasser gefüllt.
Die Buche an der 1943 ein Holzkreuz und die Fliegermütze des Piloten angebracht wurden, gibt es schon lange nicht mehr.
Im Jahre 1953 erschienen mehrere Zeitungsartikel wegen der Bergung. Anfangs schrieb man noch von einem Luftkampf und Abschuss der Maschine in den letzten Kriegstagen, was sich aber durch gut erhaltene Unterlagen schnell wiederlegte.
Neben Soldbuch, Bordbuch und Geldbörse mit einer Reichsmark und ein paar Lire wurden auch ein Ausweis der Messerschmittwerke, eine Fluggenehmigung und ein Beleg, das der Motor am 9. Juni 1943 in Kassel überprüft worden war, gefunden. Vergilbte Kinderbilder ließen vermuten, das Uffz. Klimeck Vater war.
Umso überraschender war es für die Finder, dass sein Passbild aussah, als sei es erst vor wenigen Wochen aufgenommen wurde.

Uffz. Horst Arthur Klimeck
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An einem Baum an der Absturzstelle befand ein kleiner eingewachsener Haufen mit Alu und Stahlfragmenten.
Gefunden darin: Rechts der Motor der Elektrischen-Durchladevorrichtung für das MG 151, das durch den Propeller schoss.

Gefunden am bzw. im Krater, ein Stahlseil, mit dem 1953 vermutlich der Motor aus dem Lehmigen Boden gezogen wurde.
Ich danke Herzlichst Herrn H. sowie Herrn L. für die Hilfe!