Fw 190 A-6, Bad Tölz,
16.07.1944

Datum: 16.07.1944
Staffel: 6.
Einheit: JG 300
F/H Feindflug
Absturzort: Bad Tölz
Grund: Luftkampf mit Viermot
Typ: Fw 190 A-6
Werknummer: 470201
Farbe: gelb
Kennzeichen: 4 + –
Markierung/Gruppe: II.
Schaden: 100%
Pilot: Uffz. Wagner, Karl-Johann (gef.)
Bemerkung: 8.AF München
Gestartet: Holzkirchen
Am Sonntag den 16. Juli 1944 fliegt die 8. USAAF mit 1087 Bombern und 712 Begleitjägern einen Angriff auf Ziele in vor allem Süd aber auch Mitteldeutschland. Von 407 B-17 Bombern treffen 213 ein Flugzeugmotorenwerk in München, 54 Augsburg ,52 Stuttgart und 2 Gelegenheitsziele. Begleitet wird die Gruppe von 240 P-38, P-47 und P-51. Die anderen Gruppen fliegen Angriffe auf Stuttgart und Saarbrücken.
Im bayerischen Raum fliegen vor allem Maschinen II. und III. Gruppe des Jagdgeschwaders 300. Die II. Gruppe lag mit Ihren Fw 190 in Holzkirchen und die III. Gruppe startete mit Ihren Bf 109 aus Jüterbog.
Einer der in Holzkirchen gestarteten Piloten war der 22-Jährige Uffz. Karl-Johann Wagner. Er flog mit seiner Fw 190 Kennung Gelbe 4 und wurde vermutlich bei einem Angriff auf einen der Bomber von einem Bordschützen getroffen. Vermutlich wurde er selbst dabei verletzt oder dar gleich getötet. Er schaffte es nicht mehr sich aus der abstürzenden Maschine zu befreien.

In etwa so dürfte die Maschine ausgesehen haben. Natürlich dann aber mit Kennung 4 + -
Pilot Uffz. Wagner wurde in Leutershausen am 06.10.1921 geboren.
Bei Recherchen zu einem anderen Absturz bekam ich zufällig Hinweise auf diesen Fall. Allerdings sprach man von zwei Toten Soldaten und Herbst 1944.
Luftfahrthistoriker Ludwig Hauber konnte mir dann aber etwas später versichern, dass damit der Absturz der Focke-Wulf gemeint ist.
Bei einem Besuch in der Umgebung von Bad Tölz machte ich mich also zum ersten mal auf, die Absturzstelle zu suchen, musste aber nach einiger Zeit erfolglos aufgeben.
Dankenswerterweise zeigte mir Herr Hauber beim zweiten mal die Absturzstelle. Danke! Es stellte sich heraus, das ich keine 50m daran vorbeigelaufen war...

Ludwig Hauber an der Absturzstelle.


Kleine Fragmente der Maschine. Eins davon wahrscheinlich Teil eines Cockpitinstruments.

Aus etwas Entfernung ist die Delle im Hang besser erkennbar. Diese ist wahrscheinlich auch einer Grabung nach Teilen geschuldet.
Ich danke herzlichst Herrn S. und Herrn Ludwig Hauber für Ihre Hilfe!