Bf 109 G-6, Inkhofen,
24.04.1944

Datum: 24.04.1944
Staffel: Stab I.
Einheit: JG 301
F/H Feindflug
Absturzort: Inkhofen (gemeldet ,,bei Erding,,)
Grund: Abschuß, Absturz
Typ: Bf 109 G-6
Werknummer: ?
Markierung/Gruppe: I.
Schaden: 100%
Pilot: Oblt. Tschauder, Hans (FSA)
Bemerkung: 8.AF a/f München, a/f Süd-D
Gestartet: Neubiberg
Am 24. April 1944 wurden München und die umliegende Gegend von der USAAF schwer angegriffen. Über 700 Bomber nahmen an dem Angriff teil und wurden von etwa 800 Jagdflugzeugen (P-51B , P-38J und P-47D) eskortiert. Die Bomber vom Typ Boeing B-17 Flying Fortress und Consolidated B-24 Liberator stammten von der 8. und 9. US-Luftwaffe.
Der Angriff sollte die Produktion der Dornier Do 335 bei den Dornier Flugzeugwerken , Oberpfaffenhofen und der Turbinenschaufeln für den Axialstrahltriebwerk Junkers Jumo 004 einschränken.
Die amerikanischen Maschinen hatten um kurz vor 9 Uhr mit dem Sammeln über England begonnen und starteten um 11 Uhr Richtung Deutschland. Kurz darauf starteten im ganzen deutschen Reichsgebiet Jagdflugzeuge der Luftwaffe zur Abwehr. Im Raum Straßburg kam es um 12:45 Uhr zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Gruppen. Auf dem weiteren Weg der Bomber nach München kamen immer neue Einheiten der Luftwaffe zum Angriff hinzu, sodass es über dem Raum München heftige Luftkämpfe gab.
Um 13:10 Uhr starteten 12 Bf 109 der I. Gruppe des JG 301 von Neubiberg in Richtung Landsberg dem Bomberstrom entgegen. Über Ulm drehten sie dann wieder in Richtung München um den Bombern zu folgen.
Oblt. Tschauder wurde in einen Luftkampf mit zwei P-51B des 353 Fighter Squadrons verwickelt, konnte aber noch mit dem Fallschirm abspringen bevor seine Maschine auf einem Feld bei Inkhofen abstürzte.
2/Lt. William Benjamin Dehon Jr. und 1/Lt. Carl Mason Frantz beanspruchten jeweils zu 50% den Abschuss um 14:20 Uhr bei Freising.
Kurz nach dem Krieg wurden die Reste der Maschine zwecks des teuren Metalls ausgegraben und verkauft.

Auf dem Feld wo die Maschine abstürzte steht heute eine Halle.

Durch den traurigen Umstand, das Oblt. Tschauder bis heute als Vermisst gilt, konnte ich ein Bild von ihm gefunden werden.
Er wurde am 14.01.1910 in Rybnik in Oberschlesien geboren und wurde zuletzt in Karlsbad/Tschechien anfang Mai 1945 gesehen.
Mit seinem 34 Jahren (1944) könnte man ihn schon zu den ,,alten Hasen,, unter den Fliegern zählen.
Ich Danke dir Jürgen vielmals für die Hilfe und Geschichten zu dem Fall!