Bf 109 G-6, Nesselholz,
24.04.1944

Datum: 24.04.1944
Staffel: 2.
Einheit: JG 5
F/H Feindflug
Absturzort: Hilgertshausen-Nefelbach, 11 km östl. Fürstenfeldbruck (Hilgertshausen - Nesselholz würde es richtig heißen ;) )
Grund: Abschuß durch P-51, Absturz
Typ: Bf 109 G-6
Werknummer: 162318
Farbe: sw
Kennzeichen: 2 +
Markierung/Gruppe: I.
Schaden: 100%
Pilot: Uffz. Glienke, Kurt (gef.)
Bemerkung: 8.AF a/f München, a/f Süd-D
Gestartet: Herzogenaurach
Am 24. April 1944 wurden München und die umliegende Gegend von der USAAF schwer angegriffen. Über 700 Bomber nahmen an dem Angriff teil und wurden von etwa 800 Jagdflugzeugen (P-51B , P-38J und P-47D) eskortiert. Die Bomber vom Typ Boeing B-17 Flying Fortress und Consolidated B-24 Liberator stammten von der 8. und 9. US-Luftwaffe.
Der Angriff sollte die Produktion der Dornier Do 335 bei den Dornier Flugzeugwerken , Oberpfaffenhofen und der Turbinenschaufeln für den Axialstrahltriebwerk Junkers Jumo 004 einschränken.
Der Pfarrer Georg Wüst aus Langenpettenbach erwähnet dieses Ereignis kurz in seinem Bericht vom 28.08.1945 zu lesen in ,,Das Ende des zweiten Weltkriegs im Erzbistum München und Freising" (S.450): ,,1943 (?) stürzte bei Luftkämpfen ein deutscher Jäger, der abgesprungen war, im Walde bei Buchner zu Tode. Die Leiche wurde erst nach einigen Tagen gefunden und nach Schleißheim überführt. Das Flugzeug wurde an der Hilgertshauser Straße zwischen N.N. und Nesselholz ausgegraben."

Die Absturzstelle der Maschine. Heute noch ist noch ein kleiner Krater im Waldboden erkennbar.


Rückseite des Selbstschalters (Fl. 32408-1), Ecke vom Wendehorizont (Fl.22415-1) und Halteplatte des Revi 16 (Fl.52962).

Eine traurige Geschichte ist noch zu Uffz. Glienke zu erzählen. Er hatte nach dem Luftkampf über dem Raum Markt Indersdorf zwar den Absprung aus der Maschine geschafft, blieb aber schwerst verletzt im gleichen Wald in dem sich die Nachtjäger-Leitstellung ,,Aal,, befand, liegen. Nahe eines doch gut besuchten Weges. Sein Fallschirm hing an einem Baum.
Er versuchte mit seiner Leuchtpistole auf sich aufmerksam zu machen, was auch von Anwohnern gesehen wurde, allerdings galt eine Luftwarnung und dadurch Ausgangsverbot.
Zwei Tage lag er so lebendig liegen und schrieb noch etwas auf. Als am dritten Tag eine Anwohnerin Ihn fand war er verstorben.
Der Motor der Maschine wurde noch während dem Krieg von Bauern ausgegraben um ihn zu Geld zu machen, was ihnen aber Ärger und einen Anschiss durch höhere Ämter einbrachte.
Ich Danke Herrn H. & R. vielmals für die Hilfe und Geschichten zu dem Fall!